Viel zu oft wird der Königgrätzer Marsch in zu sanfter Art gespielt, die an die eines Konzertorchesters oder die eines Spielmannszuges erinnert, nicht aber an eine preußisch-militärische Spielweise, die akkurat und zackig ist.
Dieses Phänomen lässt sich auf zahlreiche, fast alle Bundeswehrmärsche übertragen. Als man in der Bundeswehr Märsche aus der alten Preußischen Armeemarschsammlung und der Heeresmarschsammlung übernahm, fügte der Komponist Friedrich Deisenroth den Märschen Notizen bei, die ein sanfteres und nicht wirklich zackiges und wuchtiges Spiel erzeugen sollten und ergänzte manchmal auch ganze Instrumente, z.B. das Saxophon, um den Märschen den "preußisch-militaristischen" Klang zu nehmen, von dem die Bundeswehr aus geschichtlichen Gründen Abstand nehmen wollte. Daher ist es heute schwierig kraftvolle, akkurate und zackige Aufnahmen von Märschen zu finden.
Techniken um Märsche "abzuschwächen" sind auch eine andere Besetzung und sehr gerne und häufig auch ein dämpfender Echo-Effekt, welcher Märsche völlig verändert und ihnen ihren "klaren" Klang nimmt.
In diesem Sinne, viel Spaß mit dieser "preußisch-militaristischen" Aufnahme, ganz ohne "Abschwächung"! :)
Der Königgrätzer Marsch (Armeemarsch II, 134; Armeemarsch II, 195) ist ein deutscher Militärmarsch.
Der preußische Militärmusiker Gottfried Piefke komponierte nach dem Sieg der preußischen Truppen über die Österreicher in der Schlacht bei Königgrätz am 3. Juli 1866 den Königgrätzer Marsch. Dieser Sieg ebnete den Weg zur Vorherrschaft Preußens im Deutschen Bund und damit letztlich auch zur kleindeutschen Lösung mit Gründung des deutschen Kaiserreiches 1871.
Die erste Niederschrift des Marsches soll Piefke noch auf dem Schlachtfeld selbst angefertigt haben. Der Sechs-Achtel-Marsch beschreibt in zwei Motiven zunächst das unentschiedene Gefecht zwischen dem ersten preußischen Kontingent und den Österreichern, das zweite Motiv steht für das entscheidende Eintreffen preußischer Verstärkung. Als Trio für den Königgrätzer Marsch verwendete Piefke den Hohenfriedberger Marsch, wohl um an die Siege Friedrichs II. über die Österreicher zu erinnern. Ergänzend dazu schuf Piefke den „Königgrätzer mit anderem Trio“ (Heeresmarsch IIIB, 67); diese zweite Fassung ist heute kaum noch bekannt.
Der Königgrätzer Marsch war der Regimentsmarsch des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91.
Der Königgrätzer Marsch gehört heute zu den bedeutendsten und bekanntesten deutschen Militärmärschen und wird häufig bei offiziellen Anlässen gespielt, in Österreich hingegen ist er aus naheliegenden Gründen bis heute sehr selten zu hören.